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Direktinvestitionen (DI) sind grenzüberschreitende Unternehmensbeteiligungen mit einem Anteil von mindestens 10% am stimmberechtigten Kapital. Ab 10% wird ein längerfristiges Engagement der Investierenden am Unternehmen unterstellt. Beteiligungen darunter werden als Portfolioinvestitionen (PI) bzw. Sonstige Investitionen (SI) klassifiziert.

Es wird zwischen Aktiven Direktinvestitionen (ADI) und Passiven Direktinvestitionen (PDI) unterschieden.

  • Aktive-DI:   aus dem Inland wird in ein ausländisches Unternehmen investiert. Dadurch ergeben sich Forderungen an ein ausländisches Unternehmen.
  • Passive-DI:   eine ausländische Beteiligung an einem österreichischen Unternehmen. Es ergeben sich Verbindlichkeiten gegenüber dem Ausland.
Seit 2006 werden Special Purpose Entities (SPE) nicht mehr zu Aktiven oder Passiven Direktinvestitionen gezählt.

Die regionale Gliederung erfolgt nach Sitz des Stammhauses der Investitionstätigenden. Dadurch kann sich bei den Passiven Direktinvestitionen ein Sonderfall ergeben.

Österreich als passiver Direktinvestor in Österreich:

Wird aus dem Inland in ein ausländisches Unternehmen investiert und befindet sich das Stammhaus des ausländischen Unternehmens im Inland, entsteht eine inländische Verbindlichkeit gegenüber einem inländischen Konzern. Daher ist bei den Passiven Direktinvestitionen auch Österreich unter den auszuwählenden Ländern zu finden.

Direktinvestitionen können aus drei verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden: Bestände, Transaktionen und Einkommen.

Bestände
  • Aktiv:   der von Gebietsansässigen im Ausland gehaltene Bestand an Direktinvestitionen zu Jahresende.
  • Passiv:   der von im Ausland lebenden Personen in Österreich gehaltene Bestand an Direktinvestitionen zu Jahresende.

Negative Bestände können durch negatives Eigenkapital der Direktinvestitionsunternehmen, oder sogenanntem Reverse Investment entstehen. Bei Reverse Investment werden Konzernkredite vom Tochterunternehmen an den Investor vergeben.

Transaktionen
  • Aktiv:   innerhalb eines Jahres getätigte DI-Transaktionen von Gebietsansässigen ins Ausland.
  • Passiv:   innerhalb eines Jahres getätigte DI-Transaktionen von Gebietsfremden ins Inland.

Sowohl die DI-Bestände als auch die DI-Transaktionen beinhalten Eigenkapital und sonstiges Kapital. Beim sonstigen Kapital handelt es sich vorwiegend um konzerninterne Kredite.

Bestände und Transaktionen sind voneinander abhängig:
Bestand zu Jahresende = Bestand Vorjahresende + Transaktionen + Sonstige Änderungen.

Einkommen
  • Aktiv:   Gebietsansässige erhalten Einkommen aus ihren Auslandsbeteiligungen.
  • Passiv:   Gebietsfremde erhalten Einkommen aus Beteiligungen in Österreich.

Das Einkommen besteht aus ausgeschütteten- und reinvestierten Gewinnen sowie Nettozinserträgen. Reinvestierte Gewinne sind fiktive Transaktionen, mit deren Hilfe die Tatsache beschrieben wird, dass Unternehmen häufig nur Teile des Jahresertrags tatsächlich ausschütten.

In der Modellwelt der Zahlungsbilanz wird zunächst der Gewinn zur Gänze ausgeschüttet, der nicht entnommene Gewinn jedoch sofort wieder reinvestiert. Negative reinvestierte Gewinne resultieren, sobald die Dividendenausschüttungen den Jahresertrag übersteigen, oder der Jahresertrag selbst negativ ist.

Die Gewinnausschüttungen und Zinserträge im Zusammenhang mit Direktinvestitionen werden laufend erhoben. Zusätzliche Informationen – v.a. für die Berechnung der reinvestierten Gewinne – liefert die jährliche Direktinvestitionsbefragung.